Lernziel: Unterschied zwischen den Versionen

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Sind die Lernziele festgelegt, sind im nächsten Schritt passende Typen für zugehörige Aufgaben auszuwählen. Mayer, Hertnagel & Weber<ref>Horst O. Mayer, Johannes Hertnagel, Heidi Weber: ''Lernzielüberprüfung im eLearning'', ISBN: 3-486-58844-3, Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2009</ref> haben deshalb ein Modell zur computergestützten Lernzielüberprüfung entworfen, das sehr stark an die Taxonomie von Anderson & Krathwool<ref name="anderson" /> angelehnt ist. Dieses ''Computer Supported Evaluation of Learning Goals'' (CELG) Modell ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt und ordnet den jeweiligen Kategorien passende [[Fragetypen|Aufgabentypen]] zu.
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Stehen Lernziele erst einmal fest, können im nächsten Schritt passende Aufgaben dabei helfen, das Erreichen der Ziele zu überprüfen. Mayer, Hertnagel & Weber<ref>Horst O. Mayer, Johannes Hertnagel, Heidi Weber: ''Lernzielüberprüfung im eLearning'', ISBN: 3-486-58844-3, Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2009</ref> haben zu dem Zweck ein Modell zur computergestützten Lernzielüberprüfung entworfen. Dieses ''Computer Supported Evaluation of Learning Goals'' (CELG) Modell ist stark an die Taxonomie von Anderson & Krathwool<ref name="anderson" /> angelehnt. Um die Auswahl von Aufgabentypen zu vereinfachen, ordnet es den jeweiligen Kategorien passende [[Fragetypen|Aufgabentypen]] zu.
  
 
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Weitere Informationen zur Auswahl und Gestaltung passender Aufgaben finden sich u.a. im Vortrag von Volkhard Fischer ([http://blog.elan-ev.de/wp-content/uploads/2012/01/320_Fischer_Pruefungsqualitätsverbesserung_MHH.pdf Folien als PDF]), der sich mit der Verbesserung von Prüfungen mit elektronischen Eingabegeräten beschäftigt. Eine Aufzeichnung des Vortrags (sowie weitere) sind auf der Seite der [http://blog.elan-ev.de/fachtagung-epruefungen/ N2E2-Fachtagung E-Prüfungen] zu finden.
  
 
== Weitere Informationen ==
 
== Weitere Informationen ==

Version vom 21. März 2012, 09:55 Uhr

Ein Lernziel ist die Erwartung an ein bestimmtes Lernergebnis, das Lernende bezogen auf eine bestimmte Lerneinheit oder einen Lernabschnitt erreichen sollen.

Bloom[1] unterschied zu dem Zweck unterschiedliche Klassen von Lernzielen:

  • Kognitive Ziele: Wissen, Verstehen, Anwenden, Analyse, Synthese, Evaluation
  • Affektive Ziele: Aufmerksamwerden, Beachten, Reagieren, Werten, Strukturierter Aufbau eines Wertesystems, Erfüllt sein durch einen Wert oder eine Wertstruktur
  • Psychomotorische Ziele: Imitation, Manipulation, Präzision, Handlungsgliederung, Naturalisierung

Diese Klassen beschreiben einfache theoretische bis hin zu komplexen praktischen Fertigkeiten. Abhängig davon, wie theorie- oder praxisnah die zu überprüfenden Fertigkeiten sind, ist ein jeweils unterschiedlicher Einsatz elektronischer Leistungsmessung denkbar.

Ziele und Professionalisierungsgrad

Professionalisierungebenen in Anlehnung an Miller[2]

Miller[2] hat zu dem Zweck verschiedene Ebenen der Professionalisierung identifiziert (siehe Abb. rechts) und diesen - je nach Praxisnähe - jeweils unterschiedliche Verfahren zur Leistungsmessung zugeordnet.

Lernziele bestimmen

Model of Learning Objectives (Quelle: Rex Heer, Download als PDF)

Aus didaktischer Sicht soll eine Prüfung feststellen, ob oder wie stark ein Lernziel (bisher) erreicht wurde. Voraussetzung dafür ist, dass Lehrende solche Lernziele vorab klar spezifizieren. Damit sie Lernziele besser einordnen können, haben Anderson & Krathwool[3] das Grundmodell von Bloom erweitert und eine eigene Taxonomie beschrieben. Diese bezieht neben den verschiedenen Wissensdimensionen auch Schritte des kognitiven Prozesses ein.

Die Abbildung auf der rechten Seite zeigt eine beispielhafte Ausprägung dieses Modells nach Rex Heer[4], weitere Informationen dazu finden sich im Handout der ISU. Die darin angegebenen Lernziele bestehen beispielhaft jeweils aus Verb und Objekt, wobei das Verb den kognitiven Prozess und das Objekt das Wissen beschreibt, das konstruiert bzw. erlernt werden soll. Eine ausführliche Beschreibung verschiedener Taxonomien mit Beispielen und Einsatzideen für den Unterricht findet sich auch bei Peter Baumgartner[5].

Sind Lernziele bereits im Voraus spezifiziert, können Lehrende auf ihrer Grundlage leichter passende Aufgaben erstellen, die das Erreichen dieser Ziele im Nachhinein überprüfen sollen. Die nachfolgende Tabelle listet noch einmal die Dimensionen nach Anderson & Krathwool auf und beinhaltet Beispiele für mögliche Prüfungsfragen (bzw. Links dorthin).

Dimension des Wissens Dimension des kognitiven Prozesses
1. Erinnern
  • Wiedererkennen
  • Entsinnen, Abrufen
2. Verstehen
  • Interpretieren
  • Exemplifizieren
  • Klassifizieren
  • Zusammenfassen
  • Erschließen, Ableiten
  • Vergleichen
  • Erklären
3. Anwenden
  • Ausführen
  • Implementieren, Anwenden, Durchführen
4. Analysieren
  • Differenzieren
  • Organisieren
  • Zuschreiben, Zuordnen
5. Bewerten (Evaluieren)
  • Prüfen
  • Kritisieren
6. Erzeugen
  • Generieren
  • Planen
  • Produzieren
A. Faktenwissen
  • Begriffliches Wissen
  • Wissen über spezifische Details und Elemente
A.1 A.2 A.3 A.4 A.5 A.6
B. Konzeptionelles Wissen
  • Wissen über Klassifikationen und Kategorien
  • Wissen über Prinzipien und Verallgemeinerungen
  • Wissen über Theorien, Modelle und Strukturen
B.1 B.2 B.3 B.4 B.5 B.6
C. Prozedurales Wissen
  • Wissen über themenspezifische Fertigkeiten und Algorithmen
  • Wissen über themenspezifische Techniken und Methoden
  • Wissen über Kriterien zur Bestimmung und Nutzung geeigneter Verfahren
C.1 C.2 C.3 C.4 C.5 C.6
D. Meta-kognitives Wissen
  • Strategisches Wissen
  • Wissen über kognitive Aufgaben, inkl. geeignetes kontextuelles und abhängiges Wissen
  • Selbst-Wissen
D.1 D.2 D.3 D.4 D.5 D.6


Aufgabentypen für Lernziele

Stehen Lernziele erst einmal fest, können im nächsten Schritt passende Aufgaben dabei helfen, das Erreichen der Ziele zu überprüfen. Mayer, Hertnagel & Weber[6] haben zu dem Zweck ein Modell zur computergestützten Lernzielüberprüfung entworfen. Dieses Computer Supported Evaluation of Learning Goals (CELG) Modell ist stark an die Taxonomie von Anderson & Krathwool[3] angelehnt. Um die Auswahl von Aufgabentypen zu vereinfachen, ordnet es den jeweiligen Kategorien passende Aufgabentypen zu.

Dimension des Wissens Dimension des kognitiven Prozesses
Reproduzieren Verstehen/Anwenden Reflektieren/Evaluieren Erschaffen
Faktenwissen

1) Ja/Nein
2) Single Choice
3) Multiple Choice
4) Markierungen
5) Reihenfolgen
6) Zuordnung
7) Kreuzworträtsel
8) Lückentext

3 -- 8
9) Freier Text
10) Simulationen
11) Intelligente Rückmeldung

3 -- 6
9 -- 11

9 -- 11
Konzeptwissen 1 -- 8 3 -- 11

3 -- 6
9 -- 11

9 -- 11
Prozedurales Wissen 3 -- 8 3 -- 11

3 -- 6
9 -- 11

9 -- 11

Weitere Informationen zur Auswahl und Gestaltung passender Aufgaben finden sich u.a. im Vortrag von Volkhard Fischer (Folien als PDF), der sich mit der Verbesserung von Prüfungen mit elektronischen Eingabegeräten beschäftigt. Eine Aufzeichnung des Vortrags (sowie weitere) sind auf der Seite der N2E2-Fachtagung E-Prüfungen zu finden.

Weitere Informationen

Literatur

  1. Benjamin S. Bloom: Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich, 5. Auflage, Beltz Verlag, Weinheim, 1976
  2. 2,0 2,1 George E. Miller: The Assessment of Clinical Skills/Competence/Performance, in Academic Medicine, Ausgabe 65 (9), S. 63-67, 1990, Download als PDF (Abgerufen am 14.06.2010)
  3. 3,0 3,1 L.W. Anderson, D.R. Krathwohl, P.W. Airasian, K.A. Cruikshank, R.E. Mayer, P.R. Pintrich, J. Raths, M.C. Wittrock: A taxonomy for learning, teaching, and assessing: A revision of Bloom's Taxonomy of Educational Objectives, New York, Longman, 2001
  4. Model created by: Rex Heer Iowa State University, Center for Excellence in Learning and Teaching, Updated January, 2012, Licensed under a Creative Commons Attribution- NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License. For additional resources, see: www.celt.iastate.edu/teaching/RevisedBlooms1.html
  5. Peter Baumgartner: Taxonomie von Unterrichtsmethoden - Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt, ISBN: 978-3-8309-2546-0Waxmann Verlag, Münster, 2011
  6. Horst O. Mayer, Johannes Hertnagel, Heidi Weber: Lernzielüberprüfung im eLearning, ISBN: 3-486-58844-3, Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2009